Archiv der Kategorie: Asien

Restaurants in Asien

BELGA @Sofitel

Ich habe das BELGA auf Empfehlung eines guten Bangkoker Freundes kurz nach der Eröffnung kennenlernen dürfen. Diese Bar & Brasserie mit belgischem Charme, belgischen Bieren und kulinarischen Highlights der belgischen Küche ist die wahre Adresse zum Wohlfühlen.

Das BELGA ist im 32. Stock des Sofitel Bangkok Sukhumvit zu finden und es besticht schon allein deshalb mit seiner fantastischen Aussicht über die gesamte Innenstadt.

Das gänzlich Besondere am BELGA ist die Atmosphäre – in dem Moment indem man in der 32. Etage den Fahrstuhl verlässt fühlt man sich praktisch zu Hause. Die Gasträume haben das gemütliche – einladende Ambiente eines belgischen Gasthauses und der zugehörige Service ist zudem durchweg warmherzig, stets zuvorkommend und dabei sehr professionell.

Natürlich gibt es hier eine nahezu unüberschaubare Anzahl an leckeren belgischen Bieren – sowohl aus der Flasche, als auch frisch gezapft. Ein besonderes Highlight für Bierliebhaber, das BELGA ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem es das Duvel frisch gezapft gibt – ein wahrhaft erstklassiges und süffiges Bier. Peter Laird Restaurant Manager und unter anderem auch „Master of Beer“ hilft Euch mit seinem Können sicher, das passende Bier für Euch zu finden.

Die Speisenkarte des BELGA ist übersichtlich und steckt dabei voller kulinarischer Leckerbissen – wir haben uns bei der Auswahl von Speisen und Getränken bisher stets in die Hände des Küchenchefs begeben. Nicolas Basset (Chef Nico) – vor einiger Zeit noch Chef im MGallery VIE Hotel Bangkok – ist ein bodenständiger, aber dennoch sehr innovativer Chef. Auch ihm ist es zu verdanken das, das BELGA zu einem derart authentischen Restaurant werden konnte.

Man spürt und schmeckt das Engagement des Chefs und seines Teams – egal was man ordert es ist stets mit Liebe und einem hohen Grad an Können zubereitet. So machen die kleinen kulinarischen Reisen, die wir ab und an unternehmen ganz besonders viel Freude.

Wie auch im klassisch-belgischen Gasthaus ist auch im BELGA Teilen angesagt – alle Speisen sind dazu angelegt am Tisch geteilt zu werden, hierdurch wird das Essen mehr noch zu einem sozialen Event als anderswo. Insbesondere deshalb bietet sich diese Lokalität auch für Firmenveranstaltungen oder idealerweise den Abschluss einer Teambildenden Maßnahme an.

Als Starter hatten wir Muscheln in einer Weißbier-Sahnesauce nebst einem halben Lobster – begleitet von hervorragendem Brot – traumhaft, besonders wenn man einige Zeit in Asien unterwegs ist vermisst man als Europäer gutes Brot besonders. Dazu kam noch einen leckeren Salade Liégeoise mit einer Bier-Vinaigrette sowie ein herzhaftes L’américain – ein traditionelles Rinder-Tartare mit Mayonnaise und knusprigem Baguette.

Darüber hinaus gab es eine hervorragende Mayonnaise die vom Khun Min – ihres Zeichens Maître de Mayonnaise und eine zauberhafte Person – live am Tisch nach unseren Wünschen – in diesem -Fall mit Trüffel – verfeinert wurde. Stilecht wurden hierzu knusprige belgische Pommes Frites, Garnelen- & Käse-Kroketten gereicht.

Im Hauptgang hatten wir ein hervorragend gegrilltes Côte de Boeuf (Rib-Eye am Knochen) von ca. einem Kilo. Das Fleisch war butterzart, außen knusprig und lediglich mit ein wenig groben Salz gewürzt und wurde uns mit einem Töpfchen Sauce béarnaise gereicht – ein Erlebnis für jeden Steak Liebhaber. Dazu nahmen wir Stoemp – ein grober Kartoffelstampf mit Wurzelgemüsen.

Zum Abschluss gibt es im BELGA natürlich auch die echten belgischen Waffeln – wir hatten aber ehrlich gesagt nach dem reichhaltigen Mahl kaum noch Platz dafür……dennoch „mussten“ wir zumindest eine mit Vanilleeis, Crumble und Schokoladensauce probieren – sehr lecker!

Die Preise im BELGA sind im Bangkoker Vergleich mehr als fair – kaum zu glauben, dass man über den Dächern Bangkoks eine derart gehobene und qualitativ hochwertige Küche zu solchen Preisen noch finden kann.

Nach dem Essen lädt der Barbereich mit einem Live-DJ zum Verweilen und chillen ein – hier muss man auf jeden Fall vorbeischauen um den Abend ausklingen zu lassen.

Unter der Leitung von Christian Carminati (F & B-Direktor), Nicolas Basset (Head Chef Nico), Khun Thongpoon Siriying (F & B-Manager), Peter Laird (Belga Manger und Master of Beer & Ceremony) und seiner Assistentin Khun Jay hat das BELGA-Team in Bangkok einen vollkommen neuen Ort zum Wohlfühlen geschaffen.

Eine klare Empfehlung meinerseits für einen Besuch des BELGA – es hat einfach Spaß gemacht und es wird sicher nicht unser letzter Besuch gewesen sein!

Dank an das Team, Ihr macht einen tollen Job und dies mit voller Leidenschaft – das fühlt und schmeckt man!

Surf & Turf Phuket Stadt

Auf der Thailändischen Insel Phuket gibt es zahllose Restaurants – viele davon überleben nach ihrer meist pompösen Eröffnung meist keine komplette Saison. Diejenigen Restaurants die hier länger als zwei Jahre am selben Platz bestehen, können mit Fug und Recht sagen sie haben es geschafft. Einer dieser kulinarischen Tempel mit „Bestandsgarantie“ ist das Surf & Turf in Phuket Stadt.

Wenn es um innovatives Essen und einzigartige Texturen geht ist Chef Tom Köffers vom Surf & Turf eine feste Größe auf Phuket. Es mag viele Chefs geben die in der Lage sind kulinarisch zu überzeugen – Tom Köffers jedoch ist in der Lage dies selbst mit den minimalistischsten Voraussetzungen zu bewerkstelligen.

Die Küche im Surf & Turf ist zwar klein und überschaubar und keinesfalls mit denen anderer Gourmet-Tempel zu vergleichen in denen für jeden Handgriff das entsprechende Tool und jede Menge helfende Hände zur Verfügung stehen.

Umso mehr wird hierdurch jedoch klar, dass es dem innovativen Chef und seinem handwerklichen Können geschuldet ist, das uns derart einzigartige Gerichte auf den Tisch gezaubert werden. Die Fantasie und die Lust Neues auszuprobieren, gepaart mit dem Wissen um die Kombination von Zutaten, Aromen und Texturen macht einen großen Koch aus.

Mehr als einmal habe ich Restaurants in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sehen, nachdem das Management der Meinung war ein solcher Chef wäre einfach austauschbar. Es ist immer die Handschrift eines genialen Kochs, die einem Restaurant Leben einhaucht – erst im Anschluss kommen Ambiente und Service zum Zuge.

Wir waren diesmal beim “Chef`s Table -Giving Back Dinner“ und wurden wiederum kulinarisch überrascht. Tom Köffers wollte seinen Gästen etwas zurückgeben und das hat er mit diesem feinen kulinarischen Highlight auch getan – und dies zu einem mehr als fairen Preis – mein Respekt & Dank dafür.

Das Surf & Turf ist ein Platz den ich jedem meiner besten Freunde ans Herz legen würde und bekanntlich tut man dies ja nur mit echten Perlen – diesmal einer kulinarischen.

Für mich steht stets eben dieser kulinarische Moment im Mittelpunkt – es mag viele Restaurants geben die über ein bezauberndes und schickes Ambiente, eine tolle Atmosphäre und vieles mehr verfügen – aber wenn die Speisen nicht überzeugen, oder besser noch überraschen ist all dies nicht wirklich von Bedeutung, selbst wenn die Aussicht atemberaubend sein sollte.

Solltet Ihr also auf Phuket sein lasst es Euch im Surf & Turf (reserviert vorher telefonisch!) schmecken und richtet Tom bitte liebe Grüße von mir aus!

Bei den nachfolgenden Bildern sind neben denen aus dem Surf & Turf auch einige dabei, die aus einem Restaurant-Projekt stammen in der Tom Köffers 2019 federführend war. Ich habe diese hinzugetan, damit Ihr sehen könnt wozu dieser deutsche Chef in der Lage ist.

Tampopo – oder wie ich meine Liebe zur Nudelsuppe entdeckte

Hallo liebe Leser,

Habt ihr jemals den Film “ Tampopo“ gesehen – bei mir war das der Moment indem ich meine Liebe zur Nudelsuppe entdeckte”. Heute möchte ich Euch erzählen wie es bei mir damit angefangen hat, das ich mich speziell für Nudelsuppen und Straßen-Küchen interessiere und warum ich es liebe meine Erfahrungen mit Euch zu teilen.

Um meine Leidenschaft zu verstehen muss ich etwas ausholen, denn bereits als Kind habe ich mich sehr für Essen interessiert – mit 8 habe ich begonnen selber zu kochen und Gerichte für mich auszuprobieren und weiter zu entwickeln – nicht immer war alles ein geschmacklicher Erfolg, aber ich konnte stets aus meinen Fehlern lernen und es kam einiges an Wissen hinzu – vor allem aber hat es immer Spaß gemacht.

Wo es eine gute Pizza gab oder wo man hingehen sollte um lecker asiatisch zu essen war vor Jahrzehnten ebenso wichtig wie heute, jedoch wurden zu dieser Zeit Restaurant-Tipps nur mündlich oder durch Fachzeitschriften publik. So dauerte es für die Menschen immer deutlich länger bis beispielsweise auffiel, dass sich Bewirtung oder Geschmack des Essens eines bestimmten Restaurants verändert hatten.

Heutzutage habe ich mit foodadvisor.de und Tools wie TripAdvisor, Google Maps, HolidayCheck etc. die richtigen Plattformen zur Verfügung um Rezensionen zeitnah und mit deutlich mehr Reichweite zu platzieren. Besonders die Möglichkeit der Anzeige von Informationen zu großartigen kulinarischen Erlebnisse in der Nähe eines Standortes macht einige dieser Tools einzigartig. Ich habe, wenn ich neue Reiseziele ansteuerte, bereits oft von solch ortsabhängigen Empfehlungen profitiert.

Gebratener Knoblauch gemischt mit knuspriger Schweineschwarte

In den neunziger Jahren habe ich zufällig den japanischen Film Tampopo entdeckt – ab diesem Moment wurde mein Interesse für asiatische Nudelsuppen geweckt. Der Film verfolgt mehrere satirische Handlungsstränge, wobei für mich die in dieser Komödie gestellte Frage – „Was braucht es für ein gute Nudelsuppe“, das Faszinierendste war.

Hier ging es um die einzelnen Zutaten, wie die verschiedenen Nudeln – welches Fleisch sich empfiehlt, die Kochzeiten, die vielfältigen Gewürze, das Gemüse, die frischen Kräuter, die zahlreichen Saucen, die richtige Temperatur – bis hin zu der Frage ob man das Schweinefleisch vor dessen Verzehr denn auch “streicheln“ muss.

Damals war noch nicht die Rede von Texturen – nur das authentische der Suppe stand hier im Mittelpunkt. Um heraus zu bekommen wie ein echter Nudelsuppen-Meister seine Suppe ansetzte, wurde hier auch schon mal vom Nachbar-Geschäft aus durch eine Öffnung in der Wand gelinst, um das Geheimnis seiner Suppe in Erfahrung zu bringen…wenn Ihr die Gelegenheit findet schaut Euch diesen Film unbedingt an, es lohnt sich (https://en.wikipedia.org/wiki/Tampopo).

Seit diesem Moment habe ich selbst unzählige Male die verschiedensten Nudelsuppen gekocht und überall wo mich meine Reisen hingeführt haben probiere ich stets die dort angebotenen Variationen.

Im September 2018 bin ich der Google Localguides Community beigetreten. Seitdem habe ich zusätzlich zu meinem Blog jede Gelegenheit genutzt gute Nudelsuppen-Küchen zu Maps hinzuzufügen.

Ich finde es eine tolle Sache, das ich mit Google Maps die Möglichkeit habe auch ganz kleine, normalerweise nicht leicht auffindbare Orte zu empfehlen (das ist in der Regel bei den meisten Suppenküchen, gerade in Asien der Fall) die Ihr dann im Handumdrehen in Euren Smartphones & Tablets finden könnt.

In meiner öffentlichen Google Maps Liste “ Erik’s Streetkitchen Plus“ habe ich die meisten mir begegneten Highlights in Sachen Nudelsuppen, Straßen-Küchen und kleinen asiatischen Restaurants für Euch auf einen Blick verfügbar gemacht.

Die überwiegende Teil der Straßen-Küchen die ich besucht und über die ich eine Rezension verfasst habe, liegen weit ab von Orten an denen sich Touristen aufhalten – leider gibt es oft nur wenige Einheimische die sich die Mühe machen ihre Meinung und Fotos zu teilen – daher gibt es teilweise auch nur wenige Rezensionen zu einigen von mir “entdeckten Orten“, aber glaubt mir, ich würde mir nicht die Mühe machen einen Ort anzulegen und eine detaillierte Rezension zu verfassen, wenn ich dort nicht wirklich eine besondere kulinarische Erfahrung – speziell zur Nudelsuppe – gemacht hätte die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Es macht mir zudem auch große Freude die Speisen für Euch zu fotografieren – beschreiben kann man vieles, aber ein gutes Foto kann umso mehr Lust darauf machen gerade “diesen Ort“ auch einmal besuchen zu wollen.

Die bisher beste Nudelsuppe habe ich in Thailand gefunden – genauer gesagt in der Ortschaft Chumphuang in Korat.

Die J Nong Straßenküche in Chumphuang

Die J Nong Straßenküche (https://goo.gl/maps/hvyBaLCxxMTCzkf88) ist ein Ort der mitten im Herzen Thailands gelegen ist und wo es eine hervorragende und authentische Nudelsuppe zu probieren gibt.

Hier wird kein English gesprochen und man trifft auch nur sehr selten Ausländer, aber täglich essen hier mehr als hundert Thais ihre Nudelsuppe – in diesem Fall die Kuatiu Nahm (Kuatiu = Reisnudel, Nahm=Wasser).

Diese traditionelle Reisnudel-Suppe, die ihre Wurzeln wohl in China hat und mit den Wanderarbeitern nahezu jedes asiatische Land erreicht hat, wird im J Nong sowohl mit Schweinefleisch, als auch mit Ente angeboten – ich empfehle vor allem die Variante mit Ente zu probieren.

@J Nong: Schwein oder Ente?

Die Suppe selbst wird täglich frisch in einem großen Topf angesetzt und enthält neben frischen Markknochen, eine Vielzahl an Gewürzen, frische Koriander-Wurzeln und vieles mehr – jede Suppenküche hat hier natürlich ihr Geheimrezept. Es bedarf einer Weile bis die Basis fertig ist – jedoch schon in den frühen Morgenstunden sitzen die ersten Einheimischen im J Nong vor ihrer Suppe um in den Tag zu starten.

Eine der freundlichen und versierten “Produktionslinien” von J Nong.

Zu Beginn der Bestellung wählt man die Größe der Suppe aus [laotisch Pizet, bedeutet im Übrigen groß…] danach ob es feine, kleine oder dicke Reisnudeln sein sollen – dann ob man Schwein oder Ente möchte, ob es auch Innereien sein dürfen und ob krosse Schweineschwarte oder chinesische Fleischbällchen dabei sein sollen.

Einige Leute lieben ihr Kuatiu im Nahmtok-Stil – diese Version kommt aus Ayutthaya bei Bangkok und enthält etwas frisches Schweineblut, was die Suppe weicher und etwas süßer macht.

Es ist Zeit für Deine Wahl…

Die finale Würze erhält jede Suppe am Tisch natürlich erst durch Euch – hierfür gibt es stets frisch geröstetes grobes Chili, Zucker, Essigessenz, Fischsauce, Sauce Sriracha, geriebene Erdnuss und manchmal Sambal Oelek und natürlich frische gehackte Frühlingszwiebeln.

Was niemals fehlen darf – natürlich nur für die die es lieben- ist Koriander. Lasst Euch ein paar frisch gehackte Stängel davon in Eure Suppe geben – das gibt aus meiner Sicht den entscheidenden Kick.

Frischer Koriander verdoppelt das Geschmackserlebnis.

Das entscheidende bleibt aber immer die Basis dieser Reisnudelsuppe – wird diese zu schnell und lieblos angesetzt, wird die Suppe Euch kein Lächeln ins Gesicht zaubern!

So, nun genug davon – ich habe vom ganzen Schreiben nun einen so großen Appetit bekommen, dass ich mit der nächsten Schale Kuatiu Nahm nicht mehr warten kann…

Welche ist für Euch?

Guten Appetit!

Ach ja – ich habe vergessen – wenn Ihr J Nong besucht, solltet Ihr unbedingt ein Nahm Katjep (ein Kaltgetränk auf Basis von wilden Hibiskus Blüten) bestellen, Ihr werdet es lieben!

Ein “Muss” bei J Nong – Nahm Katjep!