Archiv für den Monat: April 2016

Tschebull in Hamburg

Am Donnerstag, den 21. April 2016 stand das Hamburger Tschebull im Levante Haus auf unserer Agenda.

Reservierung

Das Tschebull hat ausreichende Kapazitäten, dennoch sollte man auf Nummer sicher gehen und mit ein wenig Vorlauf vorab reservieren.

Ambiente

Das Tschebull verfügt über einen Empfangsbereich an dem wir sehr freundlich und zuvorkommend begrüßt & an unseren Tisch geleitet wurden. Der Gastraum ist mehrfach unterteilt, woraus unterschiedliche Bereiche wie Restaurant, Bar, Lounge & Beisl (österreichisch für Gasthaus) entstehen.

Das Tschebull ist mit Liebe und Sorgfalt eingerichtet und durchdacht gestylt worden. Als störend empfanden wir die stellenweise doch recht geringen Abstände zu anderen Gästen sowie die deutlich zu laute Geräuschkulisse – hier sollte unbedingt etwas verändert werden damit dem kulinarischen Erlebnissen nichts im Wege steht.

Die Visitenkarte

Saloon artiges Ambiente bei den Toiletten, diese Waren sauber und machten einen gepflegten, aber keinen edlen Eindruck.

Service

Die für unseren Tisch zuständige Bedienung war sehr freundlich & äußerst kompetent, wir fühlten uns sehr zügig & gut bedient, sowie offen & ehrlich beraten.

Vorspeisen

Zu Beginn wurden uns Brot, Olivenöl sowie ein sehr milder Obatzter gereicht – das Brot war ein Traum, der Obatzter ebenso.

Ausgesprochen lecker war der MARINIERTE TAFELSPITZ in Gemüsevinaigrette mit Meerrettich, Radieschen, Kartoffelcroutons & kleinem Salat. Einen derart zubereiteten Tafelspitz hatte ich bis dato noch nicht – ein wirklich spannendes Gericht – optisch wie geschmacklich erste Klasse.

Sehr lecker war auch der vegane WALDPILZ – KNUSPERSALAT mit zweierlei Sellerie, Rauchzwiebelconfit & Hollermandl.

Überhaupt nicht überzeugen konnte der TAFELSPITZBOUILLON mit Grießnockerln, Wurzelgemüse & Schnittlauch – man hatte förmlich den Eindruck es würde sich bei der kraftlosen und sehr dünnen Substanz um reines Wasser handeln – ein Totalausfall.

Hauptgericht

Ein Kollege entschied sich für den Hirsch. Optisch wie geschmacklich war der HIRSCHRÜCKEN AUF SCHWARZBEERRISOTTO mit Tiroler Rohschinken, Almkäse, Rosenkohlblättern & Orangen-Rübchen etwas ganz Besonderes.

Der Rest bestellten das WIENERSCHNITZEL VOM KALB Kartoffelsalat, kleinem grünen Salat & hausgemachtem Tiroler Moosbeerchutney für das, das Tschebull über die Grenzen Hamburgs hin bekannt ist.

Die Schnitzel hätte deutlich wärmer sein müssen als diese den Tisch erreichten. Zudem schmeckten alle 3 Schnitzel an der einen oder anderen Stelle fischig – gerade so als ob zuvor Calamares in derselben Pfanne zubereitet worden wären – da dem laut Bedienung nicht so war gingen möglicherweise zu viele Schnitzel in Folge durch die selbe Pfanne oder ein Surf & Turf Event schlug quer..

Der zum Schnitzel standardmäßig gereichte „warme“ Kartoffelsalat war schon wie einem früheren Besuch deutlich zu kalt, zu sauer und von der Konsistenz nicht klassisch stürzbar – eher wässerig. Dies war auch der Grund dafür dass zwei von uns hier lieber gleich Rösti anstelle des „Salates“ orderten.

Erwähnt muss werden das, das Schnitzel sich sehr von der Qualität unterschied die wir noch vor einem halben Jahr im Tschebull genießen durften.

Noch kurz zum Moosbeerchutney: Viel zu kräftig, unpassend zum Schnitzel…selbst für Wild aus unserer Sicht deutlich zu weihnachtlich überwürzt, was auch der Kollege mit dem ansonsten einwandfreien Hirschrücken bestätigte.

Nachspeisen

Zwei von uns ließen sich noch auf die HOMEMADE SACHERTORTE 2010 delight of Valhrona chocolate & apricot ein. Laut Feedback nicht nur optisch sondern auch geschmacklich gelungen.

Leider füllte sich der Gastraum während des Verzehrs der Nachspeise nahezu überfallartig mit  starkem Fisch Geruch – was letztendlich zu unserer verfrühten “Flucht” führte.

Fazit

Das Tschebull ist sowohl mit dem Auto (ausreichend Parkplätze in der Umgebung) als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. Die Lage an der Mönckebergstraße lädt zum Abendessen nach einer Shoppingtour förmlich ein.

Unsere Erfahrungen mit dem Tschebull sind leider von Besuch zu Besuch sehr unterschiedlich – was jedoch immer störte war die immense Geräuschkulisse und die teilweise viel zu engen Tische – man kommt sich fast schon wie beim Speed-Dating vor.

Gehen wir von einem qualitativ höherwertigen „Materialeinsatz“ aus haben wir preislich nichts auszusetzen.

Eine klare Empfehlung wollen wir auf Grund der letztlich gemachten Erfahrungen aber jetzt eher nicht aussprechen – wer es dennoch angehen möchte – viel Erfolg.

Dorade Royal

La Marianna in Berlin

Am Samstag stand uns der Sinn nach etwas authentisch-italienischem, da kam uns das La Marianna in Steglitz gerade Recht.

Reservierung

Das La Marianna hat recht überschaubare Kapazitäten, sprich man sollte auf Nummer sicher gehen und vorab reservieren – respektive sich telefonisch versichern das es noch ein “Plätzchen“ gibt.

Ambiente

Der Chef des Ristorante hat den Wert der italienischen Esskultur für sich erkannt und dem La Marianna auf “die Fahne geschrieben“ diesen kulturellen Schatz zu bewahren & zu entwickeln – bravo!

Man merkt jeden Moment seines Aufenthaltes das, für das Team vom La Marianna die Küche, die Gastlichkeit und der Service von größter Bedeutung sind. Man soll nicht nur Essen wie in Italien – man soll sich auch so fühlen!

Der Gastraum unterteilt sich in zwei Bereiche. Hat man das Ristorante betreten schaut man rechts in den Haupt-Gastraum. Dieser ist angenehm hell, sehr liebevoll & gastlich eingerichtet. Hier befindet sich neben der Theke vor allem auch einiges an “Wein Lagerkapazitäten“.

Zur linken Hand findet sich der zweite Gastraum, nicht ganz so groß, nicht ganz so hell – aber man kann sitzen…;-) Die Abstände der Tische zu denen anderen Gästen sind gut bemessen – womit einem kulinarischen Erlebnis nichts im Wege stehen sollte.

Im Außenbereich des La Marianna finden sich neben einem Zelt für “passionierte Raucher“ auch eine Reihe Tische, die bei hinreichender Sonne und passenden Temperaturen auch ein Sitzen im Freien erlauben. Trotz des Verkehrs an der naheliegenden Kreuzung doch recht angenehm.

Im La Marianna wird der Gast stets freundlich und zuvorkommend begrüßt & an den Tisch geleitet. Das Personal rekrutiert sich aus einer Hand voll “echten Italienern“ – und das bezieht sich gottlob vor allem auch auf die Speisen.

Wenn das Zubereiten frischer Speisen, dazu zählt für mich auch die Pizza, mal einen Moment länger dauert – ist dies genau der Moment der den geschmacklichen Unterschied macht!

Die Visitenkarte

Die Visitenkarte eines jeden Restaurants, die Toiletten, haben wir bei unserem letzten Besuch nicht frequentiert – bis dato waren diese aber OK.

Service

Nur in wenigen Restaurants macht es derart viel Freude bedient zu werden – alle Ober sind echte Originale – jeder mit seiner ganz speziellen Art – jeder Wunsch wird vorausgesehen und was die Zusammenstellung des Essens angeht wird der Gast gern “an die Hand“ genommen um ihn auf den Punkt kulinarisch glücklich zu machen, und man merkt jede Minute – das Team hat Spaß daran seine Gäste glücklich zu machen.

Manches Mal ist der Gast eingeladen, augenzwinkernd dem lautstarken “Diskussionen“ der Ober untereinander zu folgen – manches Mal wird auch ein Lied angestimmt….es herrscht eben Leben im La Marianna.

Vorspeisen

Als Starter werden im La Marianna ein äußerst leckeres Brot, Focaccia und hervorragende Oliven gereicht – in jedem Falle der richtige Einstieg in Sachen italienische Köstlichkeiten.

Die Karte ist ein Traum, diese gliedert sich klassisch italienisch (Antipasti, Primi Piato, Secondi Piato & Il Dolce, etc.) und wird turnusmäßig durch wechselnde Spezialitäten ergänzt. Im Grunde sind alle Speisen eine Gaumenfreude – heute jedoch habe ich mich für einen Vorspeisen Klassiker entschieden – Carpaccio die Manzo.

Was soll ich sagen, angefangen bei der hervorragenden & zarten Qualität des Rindfleisches, über den einzigartigen Geschmack des kaltgepressten Olivenöls bis hin zur auffällig runden Aroma des Parmesans – ein echtes Erlebnis.

Meine Begleitung wählte mit Vitello Tonnato ebenfalls etwas Klassisches – und wie soll es anders sein auch hier 100 / 100 Punkten.

Hauptgericht

Die erste Hauptspeise, eine Dorade Royal von der Tageskarte – auf den Punkt gegrillt, stilvoll angerichtet und geschmacklich hervorragend.

Die zweite Hauptspeise, eine Pizza Capricciosa mit erwähnenswerter Qualität der Oliven. In der Karte steht zwar “schwarze Oliven“ –  aber diese Oliven gehen eher in Richtung Calamata, ein dunkles lila, groß, fleischig und kräftig im Geschmack!

Zu guter Letzt, die dritte Hauptspeise – diesmal nicht aus der Karte und auch nicht aus der Tageskarte….schon sehr lange suchte ich nach einem Ristorante welches es versteht echte Spaghetti Carbonara zu zaubern – nicht mit Sahne und Schinken – sondern mit Eiern, Guanciale (Speck aus Schweinebacke oder – nacken), Pecorino und schwarzer Pfeffer – das war eine Offenbarung.

Nachspeisen

Wir hatten zwei Nachspeisen. Mit der klassischen Tiramisu eine aus der Karte, mit der Erdbeer Panna Cotta eine von der Tageskarte.

Die Tiramisu war von der Konsistenz optimal, der Biskuit noch einen Hauch knusprig, der Mascapone nicht zu süß und lediglich mit einer Andeutung von Mandel versehen – klassisch garniert mit einem Blatt Minze und einer frischen Erdbeer-Sauce – lecker.

Die Erdbeer Panna Cotta war etwas ganz Besonderes – gibt es nicht allzu oft, vor allem nicht mit dem Geschmack echter frischer Erdbeeren – alleine die richtigen Früchte hierfür zu finden ist oftmals eine Krux…also unbedingt probieren sollte es diese Nachspeise bei eurem Besuch geben.

Fazit

Das La Marianna ist sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die Lage an der Feuerbachstraße lädt förmlich zu einem Abendessen nach einer Shoppingtour ein.

Gehen wir von einem qualitativ höherwertigen “Materialeinsatz“ aus, haben wir preislich beim La Marianna nichts auszusetzen.

Unsere Erfahrungen mit dem La Marianna haben sich von Besuch zu Besuch kaum verändert – man gibt sich wirklich jeden Moment die größte Mühe gerade das authentisch-italienische mit Leben zu füllen… Buon Appetito!

Eine klare Empfehlung von uns für Ihren Besuch im La Marianna, in Berlin Steglitz