Archiv für den Monat: Dezember 2016

Le Su

Das Le Su in der Hamburger Langen Reihe ist für die dargebotenen Speisen gefühlt etwas zu hochpreisig, was sicher der exponierten Lage geschuldet ist. Das Le Su sieht sich selbst im weiteren Sinne im Mediterranen aufgehoben – dies mag zum Teil auch stimmen, jedoch empfand ich es von der Einrichtung über die Speisen doch eher wie ein authentisch rein libanesisches Restaurant.

Die Bedienung als auch der Koch waren sehr freundlich und die bestellten Speisen waren zügig auf dem Tisch. Auffällig war für mich die Geräuschkulisse – es war etwas laut, insbesondere das Hantieren mit Tellern & Co in der zum Gastraum hin offenen Küche hätte zurückhaltender geschehen können.

Ich hatte auf Empfehlung des Kochs hin die Gemischte Platte geordert um so einen guten Eindruck zu bekommen was das Le Su alles zu bieten hat. Ich fand die Auswahl sehr interessant und im Einzelnen:

  • Die Sesam Falafel waren äußerst lecker – mir jedoch etwas zu trocken
  • Die Hackfleisch-Bällchen waren ebenfalls lecker – aber leider deutlich zu kalt
  • Das Lammkotelett aus der Pfanne überraschte mich, es war trotz des fehlenden Holzkohlegrills -geschmacklich super lecker und toll gewürzt
  • Der Humus war top und mit Granatapfel verfeinert – eine gute Idee
  • Der Burghul  (Bulgur) war OK
  • Das gereichte Brot leider nicht wirklich warm
  • Dem landestypischen Petersiliensalat fehlte leider die Zitrone sowie auch Salz und Öl– hier muss unbedingt vor dem Servieren abgeschmeckt werden
  • Es wurde leider Thymian Kartoffeln anstatt die angepriesenen Koriander-Kartoffeln serviert – sehr schade, aber mit Ansage
  • Offenbar hat man sich zwischenzeitlich auf die Besucher eingestellt die Koriander gar nicht abkönnen
  • Der dazu gereichte Salat war – anders als der Petersiliensalat- auffällig gut abgeschmeckt

Dazu hatte ich mir einen australischen Wein geordert – mit 16,5 Euro für 0,5 l ein wenig teuer – aber nachdem er Temperatur bekam, sehr lecker.

Mein Fazit

Die Preise im Le Su sind mir etwas zu hoch – insbesondere was die Weine angeht. Die Auswahl bei den Gerichten besteht überwiegend aus denselben oder ähnlichen Speisen in unterschiedlicher Zusammenstellung – hier würde ich mir eine größere kulinarische Vielfalt wünschen.

Geschmacklich war es ein wenig ein „Auf & Ab“, einiges hat wirklich super geschmeckt – anderes dafür eher durchschnittlich bis lieblos. Hier muss mehr Linie hineingebracht werden um durchweg leckere, frische und vor allem auch warme Speise aufzutischen.

Das Ambiente im Le Su hat mir gefallen, nur die unliebsame Lautstärke war unpassend und auch vermeidbar.

Das Le Su verfügt über einen einfachen Webauftritt mit Kontaktformular – leider noch nicht “https“, was, wenn es so bleibt sicher bald zu Kosten auf Grund von Abmahnungen führen kann – dies sollte unbedingt schnellstens behoben werden – wer das Kontaktformular nutzt sollte sicher sein können, das kein Dritter die Information bekommen kann.

 

La Famiglia

Das La Famiglia in Hamburgs Stadtteil St. Georg ist eine beständige Adresse für authentisch-italienisches Essen in der Hansestadt. Sobald man das kleine Restaurant betritt ist man in Italien angekommen. Der Charme der Räumlichkeiten entspricht dem der italienischen Pizzerien, wie wir sie aus den siebziger Jahren kennen. Insbesondere die Wände sind eben auf diese eine einprägsame Weise verputzt und die Dekoration fußt auf Bildern der Familie oder längst vergangener Zeiten.

Der Inhaber Antonio Filippone kommt ursprünglich aus der italienischen Region Kalabrien und ist bereits einige Jahrzehnte lang in Hamburg. Seit dem Jahr 1975 steht „la mamma“ hier persönlich in der Küche, was ganz sicher ein weiterer Grund für den langjährigen Erfolg des La Famiglia ist. Kalabrien ist bekannt für seine gute Küche, die leckeren roten Zwiebeln, die pikante bis scharfe Tomatensauce und nicht zuletzt wegen des aus dieser Region stammenden Tartufo.

Bedient wurde ich von Guiseppe, einem Sohn Antonios, der mir auch zu einem hervorragenden roten Tafelwein riet – ein Wein der nicht vom Wesentlichen ablenkte, aber dennoch schmeckte. Der Service war durchgehend freundlich, schnell und hatte den typischen italienischen Touch.

Vorab gab es natürlich auch ein ordentliches Carpaccio mit feinen Trüffelscheibchen, einem guten gehobeltem Parmesan und – ganz wichtig – das Ganze OHNE Berge von Rucola. Es ist eine echte Unart geworden, dass bei vielen Restaurants auf das Carpaccio oder die Pizza Unmengen von Rucola „geworfen“ werden – hier gottlob nicht.

Mein Hauptgrund das La Famiglia zu besuchen, waren jedoch die dort so sehr gepriesenen Miesmuscheln. Mittlerweile ist es schwierig geworden noch ein Ristorante zu finden indem der Koch es versteht sowohl den traditionellen Sud für die Tomaten- als auch für die Weißwein-Variante zu zubereiten. Im La Famiglia klappt das noch – die Muscheln waren fantastisch und alleine schon Grund genug sich auf den Weg zu machen.

Natürlich konnte das Ristorante nicht verlassen werden ohne noch eine Portion Linguine zu probieren – hier wurde mir eigens eine Sahne-Steinpilz-Soße angesetzt, die so auf der Speisenkarte nicht zu finden ist – eine leckere Improvisation, vielen Dank dafür.

Das La Famiglia verfügt über eine recht ansprechende Webseite, die auch „https“ unterstützt – was bei der Nutzung des vorhandenen Reservierungs-Formulars auch Sinn macht. Leider erscheinen jedoch einige Texte (z.B. „Tisch Reservieren“) browserübergreifend falsch formatiert und ragen in die Grafiken. Zudem wird nicht klar warum der am Fuße der Seite befindliche Link zum „Steindamm – Berliner Tor“ vorhanden ist. Eine Überarbeitung und Korrektur des Webauftritts wäre eine gute Idee.