Archiv für den Monat: Januar 2017

CheckIt: Blutorangen

Blutorangen im Quick CheckIt

Ich liebe Blutorangen, aber wie es immer so ist kauft man meist nur wenige und sobald man festgestellt hat, das diese besonders lecker waren gibt es schon keine mehr davon – oder die neu gekauften schmecken plötzlich vollkommen anders. Blutorangen schmecken deutlich intensiver als ihre „unblutigen“ Verwandten, sie enthalten je nach Sorte unterschiedliche Mengen an Vitamin B, C, E sowie Kalium und Kalzium und sind neben dem Attribut lecker daher auch äußerst gesund & fotogen.

Die Farbe des Fruchtfleisches bei Blutorangen wird durch Anthocyan hervorgerufen – die Menge an Anthocyan ist abhängig von Temperaturschwankungen über den Tag und hat auch Einfluss auf den Farbanteil der Schale (Exokarp, Flavedo). Besonders “ansehnliche” Früchte finden sich in der Nähe des Vulkans Ätna, aber auch in den USA, Südafrika und dem gesamten Mittelmeerraum.

Die, je nach Sorte (Moro, Sanguine, Tarocco,  u.a) mal stärkere oder weniger stark ausgebildete weiße Schicht zwischen Schale und dem Fruchtfleisch nennt sich Mesokarp oder auch Albedo. Hier liegt – wie auch bei herkömmlichen Orangen – beim Verzehr oftmals der größte “Störfaktor“, denn die meisten Leute möchten so wenig davon mitessen wie möglich. Daher muss nach dem Schälen sehr oft ein aufwendiges Putzen erfolgen – wenn man dies selber machen muss ist der Genuss oftmals schon getrübt. Zudem kommt es oft vor das beim zu intensiven Auspressen von Saftorangen das Albedo den Saft bitter werden lässt. Was zudem stört ist das bereits beim Schälen, aber spätestens beim Putzen Saft aus dem Fruchtfleisch austritt, der die ganze Angelegenheit dann oftmals recht klebrig werden lässt.

Ob die Blutorangen Kerne hatten war mir in diesem CheckIt nicht so wichtig – wenn man bedenkt das sich naturgemäß Obst über seine Samen, respektive Kerne vermehrt kann man Kernlosigkeit – auch wenn es mehr Freude beim Essen macht –  nicht wirklich als Pluspunkt werten. Wären allerdings über die Maßen viele Kerne in einer Frucht gewesen hätte ich dies aber zumindest angemerkt. In Summe waren es bei drei verkosteten Früchte lediglich sechs Kerne.

Es gibt mehrere Sorten der sogenannten Blutorange – meist werden bei uns die Moro (tiefrot) & Tarocco (leicht rot durchzogen) angeboten. Eine gute Option sich nicht mit den Sorten beschäftigen zu müssen, ist es beispielsweise sich an den Anbietern zu orientieren.

Diese Blutorangen haben dann meistens eine Produktbezeichnung und man ist so etwas zielsicherer bei dem was man beim Einkauf  in die Hände bekommt. Eine Garantie gibt es aber nie.

Für dieses kleine CheckIt habe ich beim Berliner KaDeWe drei verschiedene Blutorangen-Sorten eingekauft. Warum im KaDeWe? Zum einen weil es Freude macht dort Kulinarisches zu shoppen, zum anderen weil nur sehr, sehr wenige Geschäfte standardmäßig mehr als die Moro im Portfolio haben.

Nach meinem Besuch der Fruitlogistica 2017 habe den Beitrag noch um fünf weitere Blutorangen erweitern können.

Ganz wichtig: In meinem Fokus standen Geschmack, Handling & Aussehen. Weiterführendes Wissen zu Sorten, Anbaugebieten und Eigenschaften der beschriebeben Früchte findet Ihr beispielsweise bei Wikipedia oder auf den jeweiligen Produzenten Webseiten.

Anbieter KaDeWe

Der Produzent war leider nicht benannt, die Sorte Moro, Herkunft Italien/Sizilien

Plus

Die Moro war recht süß, hatte aber trotz allem ausreichend Säure um nicht langweilig zu schmecken. Im Biss war diese Orange ausreichend fest und das Fruchtfleisch von kräftiger roter Farbe.

Minus

Die Moro ließ sich verhältnismäßig schlecht pellen und musste im Anschluss aufwändig geputzt werden.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Moro von mir 3-4/5 Punkte.

Anbieter Sanlucar

Sanlucar “Rote Sonne“, Sorte nicht benannt – vermutlich aber eine Tarocco, Herkunft Italien/Sizilien

Plus

Die Sanlucar Blutorangen ließen sich extrem gut pellen und es blieb auch sehr wenig Albedo an den Früchten haften, womit kein Putzen mehr nötig war und die Frucht sogleich genossen werden konnte. Diese Blutorange war sehr saftig und hatte ein ausgewogenes Süße / Säure Verhältnis.

Minus

Die Sanlucar weist nur ganz geringe Spuren roten Pigmente auf und lässt sich daher als Blutorange manchmal nur schwer identifizieren.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Sanlucar von mir ganze 5/5 Punkte.

Anbieter Struwwelpeter

Struwwelpeter, Sorte nicht benannt, Herkunft vermeintlich Italien/Sizilien

Plus

Die Struwwelpeter eignen sich auf Grund ihres Looks sicher gut für die Food-Fotografie.

Minus

Die Struwwelpeter ließ sich im Vergleich verhältnismäßig schlecht pellen und musste im Anschluss zusätzlich aufwändig geputzt werden. Sie war nur mittelmäßig saftig und das Fruchtfleisch deutlich weniger rot als beispielsweise bei der Moro. Vor allem aber hatte die Struwwelpeter sehr viel Säure und erinnerte geschmacklich stark an eine Zitrone.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Struwwelpeter von mir nur 2-3/5 Punkte.

 

[Update 2017-02-20]

Im Rahmen der Fruitlogistica 2017 habe ich fünf weitere tolle Blutorangen gefunden und im Folgenden für Euch in den CheckIt vom Januar aufgenommen

Anbieter Il Fragolino (Arancia Rossa)

Die Il Fragolino eignen sich auf Grund ihres tollen & natürlichen Looks extrem gut für die Food-Fotografie.

Plus

Diese Blutorange macht Ihrer “Zunft” alle Ehre – sie sieht super aus, kommt mit Blattwerk daher, duftet sehr intensiv und hat einen bestechenden Geschmack. Sie hat gerade genug süße gepaart mit typisch kräftigen “Vulkan Aroma“ zudem löst sich bei pellen die Frucht leicht aus und hat kaum Albedo an der Frucht.

Minus

Keines

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Il Fragolino von mir ganze 5/5 Punkte.

Anbieter Moretti

Die Moretti, dem Aussehen nach eine Tarocco, eignet sich bedingt für die Food-Fotografie.

Plus

Das Innere dieser Blutorange hat einen guten Look – leicht rot durchzogen macht sie zumindest Innen schon etwas her. Sie weist etwas mehr Säure auf als einige andere Sorten, aber das Verhältnis ist subjektiv gesehen noch OK. Die Moretti ist zudem sehr saftig und lässt sich gut pellen.

Minus

keines

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Moretti von mir 4/5 Punkte.

Anbieter Valensina Sanguinelli (aus Spanien)

Die Valensina Sanguinelli , eine Orange zum Saften.

Plus

Die Früchte haben einen super Blutorangen Look der sich im Inneren allerdings nicht derat “wiederholt”. Diese Blutorange hat einen ausgewogenen Säureanteil und eigenet sich in diesem Kaliber hervorragend als Saftorange.

Minus

Das Innenleben ist optisch mäßig interessant, das Albedo leider sehr kräftig und die Frucht  aufwändig beim pellen.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Valensina Sanguinelli von mir 3-4/5 Punkte.

Anbieter IGP (Sizilien)

Unter den Begriff  Arancia Rossa di Sicilia fallen die Sorten Moro, Sanguinello und  Tarocco. Die IGP hat es sich zum Ziel gesetzt eine geschützte geografische Angabe zu etablieren – ebenso wie z.B. beim Balsamico. Bei den direkt  auf dem IGP Stand angebotenen Blutorangen handelte es sich überwiegend um die Sorte Tarocco.

Plus

Die IGP Blutorange ließ sich sehr leicht pellen, war auffällig süß.

Minus

Neben der Süße fehlte leider der gewisse Anteil an Säure und somit das erhoffte geschmackliche “Feuer”. Zudem war die IGP nicht so fotogen und wirkte von Außen eher wie eine ganz normale Orange – von Innen dann wie die anderen Taroccos auch.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die verkostete IGP von mir 3-4/5 Punkte.

Anbieter Rosaria

Die Rosaria stammt ebenfalls aus der Region um den Ätna und eignet sich im verkosteten Kaliber meines Erachtens eher für Saft als zum direkten Verzehr. Allerdings baut der Hersteller darüber hinaus alle bekannten sizilianischen Blutorangensorten und auch einige Kreuzungen an.

Plus

Die Rosaria ließ sich einfach pellen, war recht süß und saftig. Das Innere sah sehr nach Moro aus – ob dem so ist oder hier eine Kreuzung mitgegeben wurde war nicht klar.

Minus

Anders als beim Inneren kann man der Rosaria ganz klar ein langweiliges Äußeres bescheiden. Die Frucht hatte deutlich zu wenige Säure / Feuer.

Auf einer Skala von 0-5, erhält die Rosaria von mir 3/5 Punkte.

Fazit [2017-01-29] 

Aus meiner Sicht ist der Gewinner dieses kleinen CheckIt ganz klar die Blutorange “Rote Sonne“ von Sanlucar. Diese Orange hat neben der herausragenden geschmacklichen Aspekte vor allem auch durch ihr gutes „Handling“ überzeugen können.  Man konnte sie ohne viel Aufwand und klebrige Hände genießen und hatte trotz allem eine auffällig frische und saftige Frucht.

Fazit Update [2017-02-20]

Nach der Verkostung weiterer fünf Sorten muss ich mich korrigieren. Mein absoluter Top Favorit ist die Il Fragolino. Nicht nur das die Mitarbeiter diese Produzenten am authentischsten schienen – die Früchte waren ebenso ein Augenschmaus wie sie geschmacklich eine ganze Kategorie über allen anderen anzusiedeln waren. Hier schmeckte man das Feuer des Ätna formlich heraus – Respekt für so viel Liebe zur Frucht und einem solch guten Ergebnis “der handwerklichen Kunst”.

Taverna Ellada Hamburg

Reservierung und Web

Bei Verlassen des Restaurants riet der Kellern bei mehr als einer Person zu reservieren – dies schien angesichts der zwei weiteren Gäste allerdings nicht unbedingt notwendig zu sein – vielleicht war lag es an der Uhrzeit (21:30 Uhr).

Reservieren kann man über die Webseite der Taverna Ellada – warum dies mit eigener Domain mittels einer WebDE E-Mail Adresse geschieht erschließt sich uns allerding nicht wirklich. Die Webseite ist recht einfach gehalten und die Bilder differieren schon sehr von der Anmutung der Speisen im Restaurant – die Speisekarte ist nicht schön integriert und insbesondere nicht durchsuchbar – das störte.

Ambiente

Die Taverna Ellada hat einen recht großen ebenerdigen Gastraum und darüber hinaus noch einen kleineren Teil der ein paar Stufen höher liegt – in Summe so um die 12-14 Tische verschiedenster Größe. Das Restaurant ist hell und mit ein paar „Säulen“ ein wenig im griechischem Stil eingerichtet.

Die Visitenkarte

Die Toiletten wurden bei unserem Besuch nicht frequentiert – sollte es zu einem weiteren Besuch kommen holen wir dies sicher nach.

Service

Wir waren bereits vor mehr als zwei Jahren zu Besuch in der Taverna Ellada und bereits da viel uns insbesondere das gelebte Desinteresse des indischen Betreibers auf.

Der damalige Ober bot, als wir sagten wir müssten noch fahren, sehr versiert einen griechischen Mokka anstatt eines Ouzo an– Kompliment dafür. Als er diesen dann jedoch brachte sagte er plötzlich sein Chef fordere ihn leider auf diesen nun doch in Rechnung zu stellen – lediglich Alkohol gäbe es aufs Haus – wir lehnten dankend ab.

Eben diese Stimmung strahlt der Betreiber leider aus und bremst so offenbar sein serviceorientiertes Personal – wenig Up to Date und keinesfalls weltmännisch – der nette Ober von damals war nicht mehr da.

Auch heute wurde ad hoc & ungefragt ein Ouzo auf den Tisch gestellt als das Wort auf die “verliebt“ gesalzenen Lammkoteletts kam – sicher nett gemeint, es tat auch leid hier abzulehnen, aber durch den Ouzo verschwindet das Salz auch nicht, da wäre ein halber Liter Wasser sinnvoller gewesen…

Der Ober war versiert und man sah ihm förmlich an das er als Grieche wusste was hier alles nicht wirklich griechisch ist…wenn man als Nicht-Grieche griechisches Personal hat sollte man wenigstens ein offenes Ohr für deren Lebenserfahrung haben, um die nötige Authentizität zu bekommen die es braucht.

Vorspeisen

Der “Gruß aus der Küche“ bestand aus einem kleinen Schälchen Tzatziki und etwas Brot. Es handelte sich um frisch aufgeschnittenes toast-ähnliches Weißbrot – kalt und labberig- wirklich eine Schande für einen Griechen. Beim zweiten Anlauf konnte der Ober aber überzeugt werden dieses wenigstens ein wenig “angrillen“ zu lassen – dann war es zwar nicht wirklich gut, aber deutlich besser.

Bei den georderten Vorspeisen handelte es sich zum einen um eine Portion Griechischen Schafskäse mit Zwiebeln und zum anderen um Oktopus in Essig und Öl (Xtapodi xidato).

Der Schafskäse war etwas lieblos und recht trocken angerichtet – hier hätten ein paar Oliven, etwas Salz und frischer Pfeffer (auf Nachfrage gab es dann auch eine Pfeffermühle) sowie etwas mehr Öl wahre Wunder gewirkt. Gottlob gab es ein frisch gezapftes Duckstein, das half dem trockenen Schafskäse dann weiter…

Auf der Webseite des Restaurants wurde bei anrichten mit Oliven nicht derart sparsam verfahren und auch das Brot wirkt deutlich leckerer.

Der Oktopus ist eigentlich das Zugpferd vieler griechischer Restaurants weltweit, aber er sollte mit Liebe gemacht sein und keinesfalls Kühlschrank-Temperatur haben – in unserem Falle war dies leider so und auch die Konsistenz sprach nicht dafür das dieser täglich frisch über die Theke geht – schade.

Vielleicht hätte auch eine andere Vorspeise von der Tageskarte besser geschmeckt – leider wurde diese erst nach der erfolgten Bestellung und auf Nachfrage hin “hervorgeholt“.

Zeitgleich mit den Vorspeisen kam der Beilagen Salat zur Hauptspeise, was insofern angenehm war als, dass auch dieser dem Schafskäse zu etwas frische und Schwung verhalf.

Der Salat war gut abgeschmeckt und fast das griechischste am Ganzen Abend – wäre da nicht die spezielle Garnierung gewesen. Im Salat befand sich ein Stück Papierserviette – wahrscheinlich vom Abwischen des Tellerrandes in den Salat gelangt – nun ja das kann vorkommen – lustig dabei war nur das mein Hinweis auf das Papier im Salat mit einem Check meiner Serviette quittiert wurde…da ich selber nicht sicher war ob das Papier vorher schon im Salat war habe ich dann die Bilder des Salates angeschaut die ich zuvor davon gemacht hatte als er kam… die “Zutat“ war leider wirklich schon bei Lieferung enthalten….aber mehr als ungläubige Blicke gab es hierfür nicht.

Hauptgericht

Als Hauptgericht wurde der Lammteller geordert. Zwei Lammkoteletts, ein Lammfilet & ein Lamm-Souvlaki mit etwas Tzatziki und Pommes Frites.

Das Lamm-Filet war sehr schön gegrillt, innen rosa und mit Bedacht gewürzt. Auch der Lamm-Souvlaki war sehr lecker und das Fleisch auf den Punkt gegart – schön saftig. Einziger Ausreißer beim Hauptgericht waren die beiden “Salzkristalle“ in Form von Lammkoteletts – die ohne mehrere kräftige Schlucke Duckstein hinunter zu bekommen wäre schwerlich möglich gewesen.

Nachspeisen

Auf Nachspeisen haben wir bei diesem Besuch verzichtet – allerdings wurden uns auch keine angeboten.

Fazit

Das Essen war nicht durchweg schlecht, der Koch scheint Potential zu haben, jedoch was die Lammkoteletts angeht recht frisch verliebt zu sein. Leider war der Service unaufmerksam obwohl der Chef – ein Inder wie so oft in der Langen Reihe – zugegen war und drei echte Gäste keine Herausforderung darstellen sollten.

Wer wegen der guten griechischen Küche, sprich leckeren Oliven & frischen Brotes wegen und nicht nur wegen der “ausgegebenen“ Ouzos hier herkommt, wäre von einem Besuch wohl enttäuscht – wohl nicht zuletzt auch wegen des Unterschiedes zu den Web-Fotos.

Die Preise im der Taverna Ellada sind angemessen und überraschender Weise nicht derart überzogen, wie die der anderen Restaurationen im oberen Teil der Langen Reihe.

Von uns kann in diesem Falle leider lediglich eine halbherzige Empfehlung für einen Besuch in der Taverna Ellada abgegeben – hier fehlt das Gefühl der authentischen griechischen Gastfreundschaft und die Wertschätzung des Gastes.